Um Panik zu verstehen, hilft der Blick auf Dein autonomes Nervensystem. Es steuert Prozesse, die Du nicht bewusst kontrollierst: Herzschlag, Atmung, Muskelspannung, Verdauung. Vereinfacht kannst Du es Dir wie zwei Bewegungen vorstellen.
Eine Bewegung aktiviert Dich und bringt Dich in Alarmbereitschaft.
Eine andere Bewegung unterstützt Ruhe, Verbindung und das Gefühl von Sicherheit.
Bei einer Panikattacke übernimmt der Alarmmodus schlagartig die Führung. Dein Körper schaltet in einen Zustand, der evolutionär sinnvoll ist: Kampf oder Flucht. Stresshormone werden ausgeschüttet, die Atmung beschleunigt sich, Muskeln spannen an, die Wahrnehmung verengt sich. Das passiert in Sekunden, schneller als Dein Verstand folgen kann.
Das Entscheidende ist: Dieser Prozess läuft nicht über bewusste Entscheidung. Deshalb kannst Du ihn nicht einfach wegdenken. Genau das macht Panik so bedrohlich. Dein Körper reagiert, obwohl Dein Kopf weiß, dass gerade keine reale Gefahr da ist.
Wenn Du tiefer einsteigen willst: Die Polyvagal Theorie beschreibt sehr gut, wie stark Dein Nervensystem zwischen Sicherheit und Gefahr scannt, oft ohne dass Du es merkst.